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Die Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln sind eine geographisch zu Afrika, politisch aber zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik, ca. 150 km nordwestlich von Westmarokko.
Die Inseln waren schon im Altertum bekannt. Ein marokkanischer König hatte um die Zeit von Christi Geburt auf Gran Canaria große wilde Hunde entdeckt, was den römischen Gelehrten ‚Plinius' dazu veranlasste das Archipel als ‚Insulae Canariae' (lat.Canis = Hund) zu bezeichnen. Griechen und Römer berichteten von diesem Archipel vulkanischen Ursprungs und gaben ihm wohlklingende Namen: Glückliche Inseln, Garten der Hesperiden, Atlantida, ...

Geschichte

Manche Historiker vermuten, dass sich der legendäre versunkene Kontinent Atlantis hier befunden haben könnte.
Seit etwa 2000 v. Chr. waren Menschen auf den Inseln präsent. Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln, die man irrtümlicherweise nur unter dem Namen ‚Guanchen' kennt, denn Guanche bedeutet soviel wie Sohn Teneriffas, sind heute immer noch ein Rätsel. Denn ob sie als Schiffbrüchige gestrandet waren oder als Opfer einer Strafaktion durch Karthager oder Römer ausgesiedelt wurden, weiß man nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie aus Nordwest-Afrika kamen und gemäß anthropologischen Übereinstimmungen und nach Erkenntnissen über ihre Sprache, Angehörige der Berber-Völker waren. Im Gegensatz zu ihren Ursprüngen weiß man von ihren Lebensumständen relativ viel. Die Guanchen lebten vom Ackerbau sowie der Ziegen- und Schafzucht. Da es auf den Inseln keine Erzvorkommen gibt, waren sie gezwungen, sich primitiver Steinwerkzeuge zu bedienen; auch das Rad war ihnen unbekannt. Als Behausungen dienten einfache, in den Boden gegrabene Räume, wie man sie zwischen ‚Tahiche' und ‚San Bartolomé' auf Lanzarote noch vorfindet. Auch natürliche oder in Tuffstein gehauene Höhlen, die an der ‚Caretta del Sur' bei ‚El Rio' in Teneriffa oder ‚Cenobio de Valerón' in Gran Canaria noch zu bewundern sind, waren Ihre Unterkünfte.
Für die spanischen Konquistadoren war die ebenso erfolgreiche wie blutige Unterwerfung der Kanarischen Inseln gewissermaßen die Generalprobe für den Völkermord in Mittel- und Südamerika. In rund eineinhalb Jahrhunderten (so lange konnten die Ureinwohner Widerstand leisten!!) hatten die Spanier aufgrund ihrer militärischen Überlegenheit, List und Tücke das Archipel unterjocht, die "Guanchen" teilweise verschleppt und auf den Sklavenmärkten von Sevilla und Cádiz verkauft. Die Kultur der Altkanarier wurde fast restlos vernichtet, nur bei den Hirten haben sich einige althergebrachte Sitten und Gebräuche bis in unser Jahrhundert erhalten. Die Überlebenden fügten sich ihrem Schicksal und nahmen den christlichen Glauben an.
Aufgrund der günstigen Lage der Kanarischen Inseln für die spanischen Schiffe, die nach Amerika segelten, kam es zu einem raschen wirtschaftlichen Aufschwung. La Gomera wurde als die letzte Station vor der Überfahrt nach Amerika genutzt, so benutzte auch Christoph Kolumbus im August 1492 die Inseln für eine Zwischenstation. Gerüchterweise hielte er sich mit der Ehefrau eines spanischen Adligen einige Zeit in San Sebastian, der Hauptstadt La Gomeras auf. Durch die hervorragende Lage kam es natürlich auch zu Überfällen. Zuletzt 1797 durch englische Einheiten unter dem Kommando von Admiral Nelson, dem dabei der rechte Arm von der Kanone ‚El Tigre' abgeschossen wurde, die heute noch im Hafen von ‚Santa Cruz de Tenerife' zu besichtigen ist. Zum Ende des Neunzehnten Jahrhunderts, als der internationale Handel florierte und auch Reisen zu einer modernen Beschäftigung wurde, entstanden auf Teneriffa die ersten Hotels. Seit dieser Zeit verbreitete sich das Angebot für Touristen auf den Kanaren wie ein wildes Feuer. Doch trotz Modernisierung und Massentourismus haben sich die Kanarischen Inseln die Oualität bewahrt, die schon Poeten und Philosophen der klassischen Zeit so zu schätzen wussten.

Das Archipel

Die Kanaren, welche in zwei administrativen Provinzen aufgeteilt sind, setzen sich aus sieben Hauptinseln zusammen: Las Palmas de Gran Canaria macht mit Lanzarote und Fuerteventura die östliche Provinz aus und Santa Cruz de Teneriffa ist mit verantwortlich für La Gomera, La Palma und El Hierro, den westlichen Teil. Teneriffa ist mit 2057km² die größte der Kanarischen Inseln. Weil auf einem Längengrad von nur 28° nördlich vom Äquator liegend, haben alle Inseln den Ruf des ‚ewigen Frühlings', da die Durchschnittstemperatur nur wenig zwischen Sommer und Winter variiert. Jedoch ist anzumerken, dass landschaftlich sich alle sieben Inseln voneinander unterscheiden, von sub-tropischen Regenwäldern bis hin zu vulkanischen Steinwüsten und rollenden Sanddünen wird man hier immer wieder erstaunt. Mit dieser breiten Unterschiedlichkeit könnte man besser von einem Minikontinent reden, als von einem Inselarchipel.

Urlaubsziel

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